40 Jahre Corona Musica:
Freude an der Musik weitergegeben

Dienstag, 5. Juli 2011

von Frank Vogel, Nottuln

Die Musikerinnen der Corona Musica begeisterten auch bei ihrem Jubiläumskonzert im voll besetzten Bürgerzentrum das Publikum. (Foto: Dieter Klein)

Appelhülsen - Die Sorge, wegen anderer Veranstaltungen könnte das Bürgerzentrum nicht voll werden, erwies sich als völlig unbegründet. Beim Jubiläumskonzert der Corona Musica blieb am Sonntag kein Platz leer, im Gegenteil: Die Musikerinnen mussten sogar noch weitere Stühle herbeischaffen, so groß war der Andrang. Und die, die gekommen waren, wussten warum. „Die Corona Musica hat Freude an der Musik, und gibt diese Freude an uns Zuhörer weiter und begeistert uns“, wie Festredner Rolf Ziebolz später sagte.“

Und genau das taten die Musikerinnen auch am Sonntag wieder. Nach einem musikalischen Gruß mit drei Maskentänzen von John Adson hieß Helga Höfer als Leiterin des Ensembles die Gäste mit den Worten willkommen: „Dieser Zuspruch überwältigt uns.“ Und dann dankte sie erst einmal ihren Musikerinnen „von ganzem Herzen“ für deren Musikbegeisterung und stete Mitarbeit. „Ich liebe Euch.“

Anschließend nahm das Ensemble für Blockflöten- und Renaissance-Instrumente das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit, von der Renaissance bis zur gemäßigten zeitgenössischen Musik. Dabei überspannte der wunderbar angenehme Gesamtklang des Ensembles mühelos die Jahrhunderte. Die doppelchörige „Sonata pian e forte“ von Giovanni Gabrieli, in der die Dynamik zum Grundmotiv wird, stand neben dem festlich-sakralen „The Blessing Nigun“, das Klezmer-Klarinettist Giora Feidman bekannt gemacht hat, und den drei Kostproben aus den Miniaturen „Die Zwerge“ von Kazimierz Serocki, in denen die polnische Tanzform Kujawiak laut Anweisung des Komponisten die Sehnsucht der Mädchen nach der Liebe darstellen soll, wie Helga Höfer schmunzelnd ankündigte: „Wir werden das versuchen.“

Das Ensemble meisterte das so anspruchsvolle wie ansprechende Programm unter dem ruhig-klaren Dirigat von Helga Höfer souverän. Und das egal, ob es das kunstvolle Chaos der Fantasia Tedesca war, in der Egon Ziesmann mehrere Volkslieder - wie „Ade

zur guten Nacht“, „Horch, was kommt von draußen rein“ - miteinander verquickt hat, egal ob es die Horn-Kompositionen von Prof. Harry Höfer waren, in denen intensive Motivarbeit, dynamische Differenzierung und rhythmische Raffinesse (auch Pausen sind wichtig) die Musikantinnen herausforderten.Rolf Ziebolz, für ein Dreivierteljahr Vertreter für Helga Höfer und ehemaliger Leiter der Dülmener Musikschule, fand in seinem Festvortrag viele lobende Worte. Er erinnerte an die Anfänge, die bemerkenswerte Entwicklung und an Konzerte, die so schön waren, dass selbst die Kirchenglocken von selbst zu läuten begannen. Er merkte an, dass ein solches Ensemble, klein, aber leistungsfähig und aktiv, nicht mal in Großstädten zu finden sei. Dass die Corona ehrlich und verantwortungsvoll mit den Perlen der Musik umgehe und diese „sehr anschaulich rüberbringe“ und dass dabei für die Anschaffung der Instrumente viel eigenes Geld ausgegeben worden sei.

Und dann fand er schöne Worte für Helga Höfer. „Du bist weniger Leiterin als Beraterin, du stellst Ansprüche, aber nie aufdringlich und anordnend.“ Dem Ensemble bescheinigte er Arbeitswillen, Einsatz, aber auch Menschlichkeit und Gemeinschaftsgeist. Und dem konnten stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Boldt-Hübner und die Vereinsvertreter, die Geschenke überreichten, nur zustimmen. Gertrud Bäumer überreichte Helga Höfer im Namen der Corona ein Fotobuch mit Erinnerungen an die gemeinsame Zeit und sagte unter Beifall: „Wir hoffen, dass du uns noch lange erhalten bleibst.“

Festansprache von Rolf Ziebolz
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